1.2.3 Die wichtigsten Informationsquellen


Über die Berufe und zur Berufswahl gibt es sehr viele Informationsquellen unterschiedlicher Art. Wir unterscheiden zwischen Informationen über die Berufe und Berufswahl und Informationen aus der Berufswelt.

Drucksachen. In diesen Bereich gehört ein reichhaltiges Angebot mit Broschüren, Prospekten, Heften und Büchern zu einzelnen Berufen oder Berufsgruppen und zur Berufswahl. Unter diesen Titel fällt auch die Grundlagenliteratur zur Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung, Schriften zur Laufbahngestaltung und zu besonderen Fragestellungen.

Berufsbilder. Die Berufsbilder werden in Form eines Berufslexikons für Berufseinsteiger/innen sowie Um- und Wiedereinsteiger/innen zugänglich gemacht. Das Lexikon enthält mehr als 250 Berufe. Jeder ist detailliert beschrieben mit Arbeitsbeschrieb, Anforderungsprofilen, Aufstiegsmöglichkeiten usw. Das Lexikon ist auf CD-ROM sowie als Broschüre erhältlich oder online zugänglich.

Lehrmittel, Arbeitsbücher. Auch in diesem Bereich ist das Angebot reichhaltig. Die Bücher und Hefte sind Hilfsmittel für die Berufswahl und führen die Jugendlichen durch den Prozess der Berufswahl.

Internet. Das Internet ist ein effizientes Instrument der Informationsvermittlung, auch im Bereich der Berufswahl. Auf Ebene des Bundes, der Kantone und der einzelnen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungsstellen sind alle Akteure der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung auf dem Internet präsent. In diesem Zusammenhang ist der Lehrstellennachweis LENA zu erwähnen, in dem die offenen Lehrstellen aufgeführt sind. Informationen über die Berufsbildung und das Lehrstellenangebot sind auch über die Sites der Berufsverbände erhältlich.

Video, DVD, CD-ROM. Es gibt eine ganze Reihe Videos und DVDs, die für den Einsatz in der Schule geeignet sind. Themen sind Einzelberufe, Berufsgruppen, Berufswahl und Berufslehre. Gleichen oder ähnlichen Zwecken dienen CD-ROMs.

Berufsinformationszentrum (BIZ). Der Besuch des Berufsinformationszentrums sollte auf jeden Fall vor dem Gespräch mit dem Berufs-, Studien- und Laufbahnberater erfolgen. Die Schüler/innen können selbstständig Antworten auf ihre Fragen finden. Der Zutritt ist ohne Voranmeldung jederzeit möglich. Fachkundiges Personal steht für Auskünfte zur Verfügung. Berufskundliche Schriften können ausgeliehen oder gekauft werden. Im BIZ sind auch wichtige Adressen und eine Übersicht über die offenen Lehrstellen (Lehrstellennachweis LENA) erhältlich.

Beratung. Die Diskussion mit den Lehrpersonen und die individuelle Beratung mit den Berufs-, Studien- und Laufbahnberater/innen runden das Informations- und Beratungsangebot über die Berufe und die Berufswelt ab.

Informationsveranstaltungen. Einen ersten Einblick in die Berufswelt geben Informationsveranstaltungen, anlässlich derer Berufsverbände und Betriebe über Berufe und berufliche Grundbildung orientieren. Diese Veranstaltungen werden oft von der Berufs-, Studien und Laufbahnberatung in Zusammenarbeit mit den Schulen und den Organisationen der Arbeitswelt organisiert.

Ausstellungen, Infomobile. Verschiedene Berufsverbände stellen Wanderausstellungen (teilweise in Form von Infomobilen) zur Verfügung. Diese können von Institutionen und Personen angefordert werden, die sich mit dem Thema Berufswahl befassen.

Gespräche mit Berufsleuten. Ein vertieftes Verständnis für einen Beruf und die damit verbundene Berufswelt gibt das Gespräch mit Berufsleuten. Das können ehemalige Schüler/innen, also Lernende und junge Berufsleute sein, für die der Berufswahlprozess noch nicht lange zurückliegt, aber auch erfahrene Berufsleute, die über die Entwicklung viel Interessantes zu sagen wissen. Solche meist informellen Gespräche können mit Bekannten und Verwandten geführt oder durch diese vermittelt werden.

Berufserkundung. Bei der Berufserkundung macht man einem Betrieb oder berufstätigen Personen einen Besuch, den man gut vorbereitet hat und dank gezielter Fragen auswertet. Die Lehrerin oder der Berufs-, Studien- und Laufbahnberater stellen dazu Hilfsmittel zur Verfügung, um den Beruf in seinen Zusammenhängen erfassen zu können. – Andere Begriffe, die in diesem Zusammenhang verwendet werden, heissen Berufs- oder Betriebsbesichtigung.

Schnupperlehre. Im Berufswahlpraktikum wird während mehrerer Tage in einem Betrieb ein Beruf und die Berufswirklichkeit vertieft kennen gelernt. Eine gute Schnupperlehre wird von der Berufsbildnerin durch ein Programm gestaltet, das die wichtigsten Elemente einer beruflichen Grundbildung enthält. Einzelne Arbeiten können die Jugendlichen selber ausführen, andere werden ihnen erklärt. Am Schluss des Berufswahlpraktikums sollte die Berufsbildnerin in einem Gespräch noch offene Fragen beantworten und ihre Meinung zum Einsatz mitteilen.


Literaturhinweise

DBK: Handbuch betriebliche Grundbildung, DBK, Luzern 2006

DBK: Lexikon der Berufsbildung, DBK, Luzern 2006

Egli R./SVB: Sixpack - Comicreihe zur Berufswahl für lernschwächere Schüler/innen, SVB, Zürich 2003/2006

Egloff E.: Berufswahltagebuch, Lehrmittelverlag Aargau, Aarau, 2006

Egloff E./Lehrmittelverlag Aargau: Berufwahlvorbereitung, Lehrmittelverlag Aargau, Aarau, 2007

Fuchs T.: Von der Bewerbung zur Lehrstelle, Laufbahnzentrum Zürich/SVB, Zürich 2006

Krewerth A. et al.: Berufsbezeichnungen und ihr Einfluss auf die Berufswahl von Jugendlichen: theoretische Überlegungen und empirische Ergebnisse, Bertelsmann, Bielefeld 2004

Schmid R., Barmettler C.: Wegweiser zur Berufswahl, S&B Institut für Berufs- und Lebensgestaltung, Bülach 2006

Schweizerischer Verband für Berufsberatung (SVB) Hrsg.: Berufswahlbuch mit Berufswahl-Kompass, René Zihlmann, sabe, Zürich 2007

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