Für jeden Beruf sind die gültigen Bestimmungen in der entsprechenden Verordnung über die berufliche Grundbildung definiert, beispielsweise:
- Zulassung
- Gliederung und Gewichtung der Qualifikationsbereiche
- Form, Zeitpunkt und Dauer der Durchführung
- Bestehensregel
Zentrale Verfahren. Bestehen aus vorgegebenen Qualifikationsteilen, die von allen Lernenden unter den gleichen Voraussetzungen zu bestehen sind. Die Aufgaben werden von einer zentralen Stelle auf Grund der Leistungsziele im Bildungsplan erarbeitet.
Eigenheiten:
- Zentral erarbeitete Aufgabenstellung.
- Gleiche Prüfungsinfrastruktur.
- Vorgegebene, detaillierte Beurteilungskriterien ohne Berücksichtigung von regionalen oder örtlichen Besonderheiten.
Eigenheiten:
- Den örtlichen Gegebenheiten angepasste Aufgaben und Bewertungskriterien.
- Unterschiedliche Prüfungsinfrastruktur.
- Generelle Beurteilungskriterien, abgestimmt auf regionale oder örtliche Besonderheiten.
Eigenheiten:
- Nimmt wenig Rücksicht auf die zeitliche Abfolge der Bildungsinhalte.
- Mittlerer Organisationsaufwand.
Eigenheiten:
- Berücksichtigt in hohem Mass die individuellen Verhältnisse.
- Ermöglicht eine strukturierte Ausbildung an sämtlichen Lernorten.
- Hoher Organisationsaufwand und hohe Kosten.
Erfahrungsnoten. Für die Gesamtbeurteilung von Qualifikationsverfahren können auch Erfahrungsnoten berücksichtigt werden. Sie widerspiegeln die Leistungen nicht nur zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern über einen längeren Zeitraum und werden damit dem Lernfortschritt gerecht. Erfahrungsnoten spielen zum Beispiel in der Berufsfachschule eine grosse Rolle. Aber auch im Lehrbetrieb werden sie immer wichtiger. Bei der individuellen Projektarbeit im Betrieb bewerten die Berufsbildner/innen zusätzlich zum Ergebnis auch den Prozess. Die Arbeits- und Lernsituationen oder Prozesseinheiten in der kaufmännischen Grundbildung sind ebenfalls Beispiele für eine Prozessbeurteilung. Auch im Gesundheitsbereich werden prozessorientierte Beurteilungsverfahren angewendet. Die verschiedenen Erfahrungsnoten werden grundsätzlich separat in einem eigenen Qualifikationsbereich zusammengefasst und dargestellt.
Quelle: Handbuch betriebliche Grundbildung, DBK 2006
Literaturhinweise
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Borner H., Obrist W., Röllin W., Frei K.: Handbuch für Expertinnen und Experten in Qualifikationsverfahren der beruflichen Grundbildung: Hinweise und Instrumente für die Praxis, DBK, Luzern 2006
www.cms.sibp.ch/user_doc/Interak_Handbuch_06-04-05.pdf
DBK. Empfehlungen für die Durchführung der Lehrabschlussprüfungen/Qualifikationsverfahren in den deutschsprachigen Kantonen der Schweiz, DBK, Luzern 2004
DBK: Handbuch betriebliche Grundbildung, DBK, Luzern 2006
DBK: Lexikon der Berufsbildung, DBK, Luzern 2006
Gonon P. et al.: Schlüsselqualifikationen kontrovers: eine Bilanz aus kontroverser Sicht, Sauerländer, Aarau 1996 (Pädagogik bei Sauerländer; 23)
Metzger D., Dörig R., Waibel R.: Gültig prüfen, IWP-HSG, St. Gallen 1998
Obrist W., Städeli C.: Wer lehrt, prüft: aktuelle Prüfungsformen konkret, h.e.p.-Verlag, Bern 2003 (Pädagogik)
Oser F.K., Kern M.: Qualität der beruflichen Bildung: eine Forschungsbaustelle Berufsbildungsforschung Schweiz, h.e.p.-Verlag, Bern 2006 (Berufsbildungsforschung Schweiz ; 2)





