2.1.3 Die berufliche Grundbildung


Knapp zwei Drittel der Jugendlichen besuchen nach der obligatorischen Schulzeit eine berufliche Grundbildung. In über 200 Lehrberufen können sie sich auf eine Berufstätigkeit vorbereiten. Später stehen ihnen die höhere Berufsbildung und verschiedene andere Formen der beruflichen Weiterbildung offen. Mit einer Berufsmaturität haben sie zudem direkten Zugang zu den Fachhochschulen und mit Zusatzqualifikationen auch zur Universität.
Rund 80 Prozent der Jugendlichen, die eine berufliche Grundbildung absolvieren, lassen sich in einem Lehrbetrieb ausbilden. Der Rest besucht so genannte öffentliche Lehrwerkstätten oder andere Vollzeitschulen.

Drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung mit eidg. Fähigkeitszeugnis. Die meisten Jugendlichen entscheiden sich für diese Form der beruflichen Grundbildung in einem Lehrbetrieb. Je nach Beruf besuchen die Lernenden an ein bis zwei Tagen pro Woche die Berufsfachschule und blockweise die überbetrieblichen Kurse. Die praktische Ausbildung findet während drei bis vier Tagen im Betrieb statt.

Eidgenössische Berufsmaturität. Mit der eidgenössischen Berufsmaturität wird die berufliche Grundbildung mit eidg. Fähigkeitszeugnis mit einer erweiterten Allgemeinbildung ergänzt. Die Berufsmaturität ermöglicht den prüfungsfreien Zugang zu einer Fachhochschule. Mit einer Ergänzungsprüfung können Inhaber/innen der Berufsmaturität prüfungsfrei in alle Universitäten und eidgenössischen Hochschulen eintreten.

Zweijährige berufliche Grundbildung mit eidg. Berufsattest. Die zweijährige berufliche Grundbildung mit eidg. Berufsattest ermöglicht vorwiegend schulisch schwächeren Jugendlichen einen anerkannten Abschluss mit einem eigenständigen Bildungsprofil. Es werden spezifische und einfachere berufliche Qualifikationen vermittelt. Nach Abschluss der zweijährigen Grundbildung kann – je nach Möglichkeit des Berufsfelds – eine drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung besucht werden.

Anlehre. Im neuen Berufsbildungsgesetz wird die Anlehre durch die zweijährige berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest abgelöst. Im Gegensatz zur Anlehre, bei der nach einem individuell gestalteten Programm ausgebildet wird, durchlaufen die Absolventinnen und Absolventen einer zweijährigen beruflichen Grundbildung eine standardisierte Bildung. In einem Berufsfeld werden noch so lange Anlehren angeboten, bis eine Verordnung für eine zweijährige berufliche Grundbildung in Kraft ist. Danach wird in diesem Berufsfeld keine Anlehre mehr bewilligt.

Schulische Vollzeitangebote. Es ist möglich, einen Abschluss der beruflichen Grundbildung auch in einem schulischen Vollzeitangebot zu erwerben. Es kann sich um ein öffentliches Angebot wie bei der Lehrwerkstätte und der Handelsmittelschule (HMS) handeln. Wer ein schulisches Vollzeitangebot besucht, absolviert (ausser bei den Lehrwerkstätten) während der Dauer der beruflichen Grundbildung ein Praktikum in einem Betrieb und erhält dadurch die praktischen Fertigkeiten vermittelt. Die Handelsmittelschule dauert drei Jahre. Das Diplom ist gleichwertig wie das eidg. Fähigkeitszeugnis. Mit einem zusätzlichen Jahr kann die kaufmännische Berufsmaturität erreicht werden, die den Zugang zur Fachhochschule öffnet.


Literaturhinweise

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